Denn Alles Fleisch, es ist wie Gras - Worum gehts im 2. Satz des Brahms-Requiems?

Nachdem der erste Satz des Deutschen Requiems von Johannes Brahms das zentrale Motiv des Trostes behandelt hat, wird es im zweiten Satz düsterer, bombastischer und - wie wir finden - richtig cool. In diesem Artikel sehen wir uns den Text und die Bedeutung näher an.

Denn alles Fleisch es ist wie Gras

Ein imposanter Text für ein imposantes Stück. Die Grundbotschaft: Vergänglichkeit

Wir erinnern uns: "Selig sind, die da Leid tragen, denn sie sollen getröstet werden", hieß es zum Auftakt des Requiems. Nun folgt der Grund für das Leid, aber zugleich auch den Trost: Wortgewaltig wird darauf hingewiesen, dass alles ein Ende hat. So wie das Gras verdorrt und die Blumen verwelken, wird es auch uns allen einmal ergehen. Verlustschmerz und Hoffnung auf ein tröstliches Ende werden sowohl textlich als auch musikalisch facettenreich beschrieben. 

Muss sich das aber nur auf das Ende des Lebens beziehen? Auch in unserem Alltag sind wir immer wieder mit Vergänglichkeit konfrontiert. Was es in derlei Zeiten des Umbruchs benötigt, wird im zweiten Satz sogleich erklärt: Geduld. Denn, so der Text, in aller Veränderung liegt bereits der Samen des neuen Lebens, der zu Anfang noch nicht zu sehen ist, aber mit der Zeit seine Früchte trägt. Sei es nun, indem sich eine große Mühe letztlich bezahlt macht, oder (religiöser betrachtet) man am Ende eines harten Lebens mit dem Einzug ins Reich Gottes belohnt wird.

So oder so eine wirklich schöne Botschaft, wie wir finden!

Textpassagen

Denn alles Fleisch, es ist wie Gras
und alle Herrlichkeit des Menschen
wie des Grases Blumen.
Das Gras ist verdorret
und die Blume abgefallen.
(1. Petrus 1, 24)

So seid nun geduldig, liebe Brüder,
bis auf die Zukunft des Herrn.
Siehe, ein Ackermann wartet
auf die köstliche Frucht der Erde
und ist geduldig darüber,
bis er empfahe den Morgenregen und Abendregen.
So seid geduldig.
(Jakobus 5, 7)

Denn alles Fleisch, es ist wie Gras
und alle Herrlichkeit des Menschen
wie des Grases Blumen.
Das Gras ist verdorret
und die Blume abgefallen.

Aber des Herren Wort bleibet in Ewigkeit.
(1. Petrus 1, 24. 25)

Die Erlöseten des Herrn werden wiederkommen,
und gen Zion kommen mit Jauchzen;
Freude, ewige Freude,
wird über ihrem Haupte sein;
Freude und Wonne werden sie ergreifen,
und Schmerz und Seufzen wird weg müssen.
(Jesaja 35, 10)

 

Dieser Artikel ist der dritte Teil unserer Blogreihe zum Deutschen Requiem von Johannes Brahms. 

Hier gehts zu Teil 1.

In Teil 2 haben wir uns dem ersten Satz des Requiems gewidmet. 

In Teil 4 geht es um den dritten Satz, in dem erstmals ein Solist zu hören ist.

In Teil 5 widmen wir uns dem vierten Satz.

In Teil 6 widmen wir uns dem fünften Satz, in dem der Chor von einer Sopranistin begleitet wird.

 

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