Denn wir haben hie keine bleibende Statt - worum gehts im 6. Teil des Brahms Requiems?

Nach dem Zwischenspiel im vierten Satz und dem lieblichen fünften Satz mit Sopransolo geht es im sechsten wieder voll zur Sache und Chor wie Orchester laufen zur Höchstform auf. Begleitet wird der Satz wieder von einem Bariton-Solisten. Warum das so ist und worum es in diesem Satz geht, lest ihr hier.

 

Denn wir haben hie keine bleibende Statt

Als Pendant zum zweiten tritt auch der sechste Teil von Brahms Requiem wieder mit großer Kraft und Wortgewalt auf. Während wir uns im zweiten Teil ("denn alles Fleisch, es ist wie Gras") an unsere eigene Vergänglichkeit erinnern, geht es im sechsten ans Eingemachte: Das jüngste Gericht steht an.

Bevor es aber so weit ist, leiten Chor und Orchester in die düster-verheißungsvolle Stimmung dieses Satzes ein. "Denn wir haben hie keine bleibende Statt": Geisterhaft, wie ein Trauermarsch, tritt der Chor auf – wie eine Verkörperung der Verstorbenen, die auf das Jüngste Gericht warten.

Als Evangelist, der erneut durch das Stück leitet, tritt nun der Bariton auf und erklärt, dass der Tod keineswegs das Ende ist und man sich nicht zu fürchten braucht: "Wir werden aber alle verwandelt werden (...) zu der Zeit der letzten Posaune".

Nun bricht das jüngste Gericht über uns herein: "Denn es wird die Posaune schallen und die Toten werden auferstehen." Orchester und Chor laufen hier zur absoluten Höchstform auf und verspotten fast manisch den ausgetricksten Tod und die Hölle: "Tod, wo ist dein Stachel? Hölle, wo ist dein Sieg?"

Die darauffolgende Fuge vermittelt aussichtsreiche, fast freudige Aufbruchstimmung für den endgültigen Übertritt ins Jenseits.

Textpassagen

Denn wir haben hie keine bleibende Statt,
sondern die zukünftige suchen wir.
(Hebräer 13, 14)

Siehe, ich sage Euch ein Geheimnis:
Wir werden nicht alle entschlafen,
wir werden aber alle verwandelt werden;
und dasselbige plötzlich in einem Augenblick,
zu der Zeit der letzten Posaune.

Denn es wird die Posaune schallen
und die Toten werden auferstehen unverweslich;
und wir werden verwandelt werden.
Dann wird erfüllet werden das Wort,
das geschrieben steht.
Der Tod ist verschlungen in den Sieg.
Tod, wo ist dein Stachel?
Hölle, wo ist dein Sieg?
(1 Korinther 15, 51.52.54.55.)

Herr, Du bist würdig
zu nehmen Preis und Ehre und Kraft,
denn Du hast alle Dinge erschaffen,
und durch Deinen Willen haben sie das Wesen
und sind geschaffen.
(Offenbarung Johannis 4, 11)

 

Dieser Artikel ist der siebte Teil unserer Blogreihe zum Deutschen Requiem von Johannes Brahms. 

Hier gehts zu Teil 1.

In Teil 2 haben wir uns dem ersten Satz des Requiems gewidmet. 

In Teil 3 haben wir den imposanten zweiten Satz des Requiems näher erklärt.

In Teil 4 gehts um den dritten Satz, in dem erstmals ein Solist zu hören ist.

In Teil 5 haben wir uns dem vierten Satz, einer Art Zwischenspiel, gewidmet.

In Teil 6 geht es um den fünften Satz mit lieblichem Sopransolo.

 

Bei unserem Konzert am 20. Mai singt der bekannte österreichische Bariton Matthias Helm das Solo im dritten und sechsten Satz.

 

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